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AB0-System

 Die Antigene A, B und H sind Glykolipide auf Erythrozyten, Epithel- und Endothelzellen und bei über 80 % der Bevölkerung in Körpersekreten (z. B.  im Speichel) zu finden. Grundbaustein des AB0-Blutgruppensystems ist die H-Substanz, die durch Glykotransferase (A oder B) weiter modifiziert wird. Gegen im eigenen Organismus nicht gebildetes A- oder B-Antigen entwickeln T-Zell-unabhängige B-Lymphozyten im Lauf des 1. Lebensjahres Antikörper des IgM-Typs, ohne jemals mit dem Zielantigen in Kontakt zu kommen (sog. „natürliche Antikörper"). Kommt das Immunsystem später bei inkompatibler Transfusion tatsächlich in Kontakt mit der fremder Blutgruppensubstanz, werden IgG-Antikörper gebildet.

Rhesusantigene sind nur auf Erythrozyten zu finden (über 30 Varianten). Die aktuelle Nomenklatur nach Fisher-Race enthält die Eigenschaften c, d, e, C, D, E.

Das D-Antigen wird dominant vererbt und ist  bei Bluttransfusionen von größter Bedeutung. „Rhesus positiv" bedeutet, man trägt das Antigen D, fehlt es (= d), lautet die Rhesusgesamtformel „Rhesus negativ". Etwa 15 % der Bevölkerung sind „Rhesus negativ". Natürliche Antikörper gegen Rhesusantigene analog zum AB0-System sind nicht bekannt. Zur Sensibilisierung gegen Rh-Antigene (Bildung von IgG-Antikörpern) kommt es im Zusammenhang mit Rhesus-inkompatibler Transfusion, bei freiwilligen Impfungen von Männern zur Gewinnung von Rhesusseren oder bei Geburt eines Rh+-Kindes, wenn fetale Erythrozyten in den mütterlichen Blutkreislauf übertreten. Bei erneuter Schwangerschaft mit einem Rh+-Kind kommt es zu einer intrauterinen hämolytischen Anämie wegen des transplazentaren Übertritts der IgG-Antikörper.

ABCD-Regel

 Die ABCD-Regel ist eine Merkhilfe für die Kriterien, die für das Vorliegen eines bösartigen Hautkrebses( malignes Melanom) sprechen:

  • Asymetrie,
  • unregelmäßige Begrenzung,
  • Color (Farbvariationen),
  • Durchmesser >0,6 cm.

Die Regel ist natürlich nicht immer zutreffend, da es auch hier andere Erscheinungsformen gibt.

Abdominalbeschwerden, funtionelle
Diese werden auch als funktionelles Magen-Darm-Syndrom bezeichnet. Man versteht hierbei unspezifische Bauchbeschwerden, bei denen man keine pathologischen Veränderungen an den Bauchorganen nachweisen kann.
Es handelt sich um eine der häufigsten gastrointestinalen Störungen und treten oft im Rahmen von Neurosen oder Depressionen auf.
Abduzensparese
Es handelt sich um eine Lähmung des Nervus abducens, der den Muskel M. rectus lateralis für die Augenbewegung innerviert.

Ursachen:
Tumore der Schädelbasis oder retrobulbär
Gefässänderungen mit Ischämie von Hirnbezirken
Entzündungen z.B. bei Meningitis, MS, bei oder nach Infektionen
Symptome:
Doppelbilder beim zur Seite schauen
Abnabelung

Unter Abnabelung versteht man die aseptische Abtrennung der Nabelschnur (etwa handbreit vom kindlichen Nabel entfernt) nach der Geburt. Man unterscheidet eine

  • Sofortabnabelung (unmittelbar nach der Geburt des Kindes),
  • Frühabnabelung (nach etwa 1-1½ Min.),
  • Spätabnabelung (nach Übertritt des Plazentablutes).
     
Abort

Unter Abort versteht man eine Fehlgeburt oder Frühgeburt. Hierbei kommt es zu einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft. Der Fetus ist nicht lebensfähig (hat ein Gewicht von unter 500 g und keine Lebenszeichen, wie bei einer normalen Geburt.

Die Ursachen eines spontanen Abortes können endokrine Störungen, schwere Allgemeinerkrankungen oder Traumen bei der Mutter sein, aber auch immunologisch bedingt sein, z.B. durch eine Blutgruppenunverträglichkeit (Rhesus).

Man unterscheidet zwei klinische Verlaufsformen:

1. einzeitiger oder auch vollständiger Abort genannt. Hier kommt es meist bis zur 12. SSW zur kompletten  Ausstoßung des Eis (Embryo, Amnionsack und Chorionhülle)

2. beim zweizeitiger oder auch unvollständiger Abort. (Abortus incompletus) kommt es meist zu einem Spätabort (nach der 12. SSW). Die Ausstossung erfolgt meist wie eine Geburt mit Blasensprung und  wehenartige Schmerzen Fetus und Plazenta werden hier meist nicht völlig ausgestossen, sondern es verbleiben häufig Teil im Uterus zurück.
Abszess
Beim Abszess handelt es sich um eine Ansammlung von Eiter in einem Gewebehohlraum, der durch Nekrose von Gewebe entstanden ist. Erreger, die man in einem Abszess findet, sind meist Staphylokokken, Streptokokken, Escherichia coli.

Abszesse können überall im Körper auftreten, je nach Lokalisation können dann weitere Symptome hinzukommen.

Symptome:
Entzündungszeichen: Schwellung, Röte, Schmerz und Hitze
häufig pulssynchroner Klopfschmerz
Abwehrschwäche
Infektanfälligkeit, häufige Erkältungen, Herpes, Warzen und Allergien können Anzeichen für eine Abwehrschwäche sein. Gerade Allergien sind häufig ein Zeichen dafür, dass das Abwehrsystem nicht voll funktionsfähig ist. Ursache sind oft eine mangelnde Ernährung mit fehlender Vitalstoffzufuhr und wenig Bewegung an frischer Luft.

Eine Abwehrschwäche zeigt sich oft im Ausbleiben von Fieber bei Erkältungskrankeiten. Kein Fieber zu bekommen, wird fälschlicherweise oft als Stärke gesehen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ausbleibendes Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, kraftvoll auf Krankheitserreger zu reagieren.
Ursache ist häufig eine zu schnelle Einnahme von Medikamenten (Aspirin, fiebersenkende Medikamente, Antibiotika) bei relativ harmlosen Erkältungskrankheiten. Dem Körper wird dadurch die Chance genommen, sich selbst gegen die Erreger zu wehren. Nehmen Sie deshalb nicht gleich ein Aspirin ein, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, sondern gönnen Sie sich die Ruhe und geben Sie ihrem Körper die Chance, sich zu wehren.

Zur Stärkung des Abwehrsystems gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig sind eine gute Vitalstoffversorgung durch eine vitalstoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Weissmehlprodukte, Zucker und raffinierte Fette schwächen das Immunsystem, da sie zur Verdauung viele Vitamine, Mineralstoffe benötigen, die jedoch in diesen Nahrungsmittel nicht vorhanden sind und die deshalb vom Körper abgezogen werden müssen.

Stärkend wirken sich auch regelmässige Saunagänge aus. Sie regen u.a. den Hautstoffwechsel an, wodurch Schlackenstoffe vermehrt in den Blutkreislauf treten und vom Immunsystem beseitigt werden müssen.
Acetylcholin
Acetylcholin ist eine chemische Substanz, die an bestimmten Nervenendigungen freigesetzt wird. Es gehört zu den Neurotransmittern., der an allen Synapsen des Parasympaticus, an allen präganglionären und einigen postganglionären Synapsen des Sympaticus und an der motorischen Endplatte vorkommt.

Bei Nervenerregung wird das Acetylcholin freigesetzt und bindet an speziellen Rezeptoren, die die Erregung dann weiterleiten.

Die Wirkungsdauer ist sehr kurz, da es sofort nach der Freisetzung durch Acetylcholinesterase abgebaut wird.

Wirkung:
  • Gefässerweiternd und damit blutdrucksenkend
  • Verengung der Brochien
  • Tonussteigerung des Darmes
  • Erhöhung der Sekretion der Drüsen
  • Verrringerung der Herzkraft
  • Verlangsamung des Herzschlages
ACTH

ACTH ist die Abkürzung für Adrenocorticotropes Hormon. Es wird im Hypophysenvorderlappen(HVL) produziert und wirkt auf die Nebennierenrinde

Wirkung:

  • Förderung der Glukokortikoidsynthese
  • Steigerung des Fettabbaus
  • indirekt führt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Insulin
  • Erhöhte ACTH-Spiegel findet man bei Nebenniereninsuffizienz, Cushing Syndrom und ACTH bildenden Tumoren
Adam Stokes Syndrom

 Es handelt sich um eine akute Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoffs aufgrund akuter Herzrhythmusstörungen. Ursachen sind meist Asystolie(vorübergehend kein Herzschlag), extreme Bradykardie oder Tachykardie mit Kammerflimmern bzw. -flattern, die durch Herzinfarkt, entzündliche oder arteriossklerotische Schädigung des Erregungsleitungssystem ausgelöst werden können.

Symptome:

  • Blässe
  • Schwindel
  • kurzfristige Bewusstlosigkeit

Therapie: Bei längerem Aussetzen des Herzschlages besteht Lebensgefahr! Sofortige Beatmung und Herzmassage als Notfallmassnahmen.
ADH
ADH ist die Abkürzung für Antidiuretisches Hormon, auch Adiuretin oder Vasopressin genannt. Es wird im Hypophysenhinterlappen gebildet. ADH wirkt an den Sammelrohren in der Niere, indem es eine Wasserretention, Permeabilitätssteigerung in den distalen Tubuli und Sammelrohren bewirkt. Die Folge ist eine Harnkonzentration.

Zusätzlich wirkt ADH verengend auf die Gefässe und steigert die Synthese des Blutgerinnungsfaktors VIII.

Beim Mangel an ADH kommt es zum Diabetes insipidus.
Adrenalin

 Adrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine und hat eine Aufgabe als Neurotransmitter. Gebildet wird Adrenalin im Nebennierenmark und in den Paraganglien des Sympatikus. Bei Stress und körperlicher Belastung wird über die Nervi splanchnici die Ausschüttung angeregt.

Wirkungen:

  • Erhöhung der Pulsfrequenz
  • Erhöhung des Herzminutenvolumens
  • Erhöhung des systolischen Blutdruckes
  • Verminderung der Darmperistaltik
  • Steigerung der Schweisssekretion
  • Erweiterung der Bronchien
  • Pupillenerweiterung
  • Erhöhung des Sauerstoff-Verbrauches
  • Erhöhung des Blutzuckers
  • Abbau der Glykogenreserven in Leber und Muskeln
  • Abbau von Fetten
  • bei starker Produktion von Adrenalin kommt es zu starkem Blutdruckanstieg, Tachykardie, Unruhe mit kaltem Schweiss, Zittern. etc.
Agnosie

 Agnosie bezeichnet eine Erkennungsstörung, die nicht durch Demenz, Aphasie oder Störung der elementaren Wahrnehmung verursacht ist.

Man unterscheidet 4 Formen der Agnosie:

  1. Auditive Agnosie, auch Seelentaubheit genannt. Geräusche werden hier zwar gehört, aber ihr Zusammenhang wird nicht erfasst.
  2. Autotopagnosie: hierbei hat die Person die Fähigkeit verloren, Hautreize am Körper zu lokalisieren.
  3. Visuelle Agnosie, auch Seelenblindheit genannt.Die Person erkennt einen Gegenstand, der z.B. gelb ist, gebogen, weiss aber nicht , dass es eine Banane ist.
  4. Taktile Agnosie: Unfähigkeit Gegenstände durch durch Tasten zu erkennen
Agranulozytose
Es handelt sich um eine plötzliche Zerstörung aller Granulozyten durch die Einnahme von Medikamenten.

Auslösende Medikamente können sein:
  • Schmerzmittel
  • Nicht-steroidale Antiphlogistika
  • Tyreostatika
  • Sulfonamide
  • Antidiabetika
  • Antiepileptika
  • Psychopharmaka
     
Die Medikamente verbinden sich im Blut mit einem Eiweiss(werden dadurch zum Vollantigen) und werden dadurch vom Körper als fremd erkannt. Der Körper produziert Antikörper. Diese lagern sich zusammen mit dem Vollantigen auf den Granulozyten an und führen unter Beteiligung von Komplement zu deren Zerstörung.

Symptome: Der Patient hat hohes Fieber mit Schüttelfrost und Schleimhaut-bzw. Tonsillen(mandel)ulzerationen.

Therapie: Absetzen des auslösenden Medikamentes. Der Patient muss sich zudem in keimfreier Umgebung aufhalten, bis sich die Granulozyten nach einer Woche neu gebildet haben.

Akne

 Bei der Akne handelt es sich um eine typische Hauterkrankung, die in der Pubertät und frühen Erwachsenenalter auftritt. Es kommt zu einer Vrstopfung der Follikel mit Bildung von Komedonen(Mitesser).

Ursache:Es gibt keine alleinige Ursache für die Akne. Meist kommen mehrere ätiologische Faktoren zusammen. Eine genetische Vordisposition, hormonelle Einflüsse, Seborrhoe und bestimmte Bakterien spielen wesentliche Rollen

Formen: Die Akne tritt in drei unterschiedlichen Formen auf, die sich in ihrere Schwere unterscheiden. die leichteste Form ist die Akne comedonica. Hier findet man offene und geschlossene Komedone(schwarze Mitesser). Bei der Akne papulo-pustulosa kommt es zu Entzündungen und zur Entwicklung von Pusteln und Papeln. Die schwerste Form der Akne ist die Acne conglobata . Hier sind meist Männer betroffen und es kommt zu entzündlichen Knoten, Abszessen mit späterer Narbenbildung. Diese kommen häufig nicht mehr im Gesicht , sondern an Extremitäten, Rücken und dem Gesäss vor.

Therapie: In der Naturheilkunde gibt es mehrere Verfahren, die Hilfe versprechen. Günstig wirkt sich die Heliotherapie(Behandlung mit Sonnenlicht) und die äusserliche Therapie mit Medizinalhefe aus. Wichtig ist auch eine Kostumstellung mit Schwerpunkt auf rohes Obst und Gemüse.

Akromegalie
Es handelt sich um ein Adenom des Hypophysenvorderlappens mit gesteigerten Produktion von Wachstumshormon(Growth Hormon oder Somatotropes Hormon). Besonders in der Pubertät und im Kindesalter ist das Wachstumshormon von Bedeutung. Es wird vor allem nachts ausgeschüttet. Die Anregung von Groth Hormon erfolgt über das Releasing Hormon des Hypothalamus.

Symptome:
  • Vergröberung der Gesichtszüge, verdickte Haut
  • Hände, Füsse und Schädel vergrössern sich
  • Vergrösserung der Zunge und des Kiefers(Zahnlücken)
  • Vergrösserung der Inneren Organe
  • ev. Hypertonie
  • ev. Sehstörungen
  • ev. Karpaltunnelsyndrom
  • ev. übermässiges Schwitzen
  • Pathologische Glucosetoleranz
  • Bei Kindern kommt es durch eine verstärkte Ausschüttung von GH zu verstärktem Längenwachstum (Gigantismus)

Therapie: Schulmedizinisch wird OP, Strahlen und ev. hemmende Medikamente eingesetzt.

Akutes Abdomen

Als akutes Abdomen bezeichnet man ein akut einsetzende Symptomatik im Bereich der Bauchhöhle, die meist durch lebensbedrohliche Erkrankungen ausgelöst wird.

Symptome:

  • akut auftretende Schmerzen
  • Darmbewegung verändert(entweder keine oder sehr heftige) mit Störung der Darmentleerung
  • Bauchdecke ist bretthart
  • oft Fieber
  • Schock

Die Ursachen eines akuten Abdomens sind äusserst vielfältig. In Frage können kommen:

  • Appendizitis
  • Abszesse
  • Ulkusperforation
  • Pankreatitis
  • Cholezystitis
  • Stauungsleber
  • Pleuritis
  • Herzinfarkt
  • Ösophagusperforation
  • Hiatushernie
  • M. Crohn
  • Eileiterschwangerschaft
  • Gallenblasenperforation
  • Adnexitis
  • stielgedrehte Ovarialzyste
  • Mesenterialinfarkt
  • Ileus
  • Aneurysmaruptur
  • inkarzerierte Hernie

Therapie: Sofortige Krankenhauseinweisung!

Aldosteron
Aldosteron ist das wichtigste Mineralocorticoid. Es wird in der äußeren Zone der Nebennierenrinde, der Zona glomerulosa  durch das Enzym Aldosteronsynthase, welches nur in dieser Zone vorkommt, synthetisiert. Die Aldosteronfreisetzung in der Zona glomerulosa wird vor allem durch das Renin-Angiotensin-System, ACTH und die Kaliumkonzentration beeinflußt.
Alkaloide

Alkaloide sind  Wirkstoffe, die basisch reagieren und stickstoffhaltig sind.Bekannte Alkaloide sind Atropin, Coffein, Morphin und Colchicin. Alkaloide kommen in Nachtschattengewächsen, Mohngewächsen und Rauhblattgewächsen.

Sie wirken meist  auf das Zentralnervensystem und werden in der Regel als isolierte Reinstoffe eingesetzt und rezeptpflichtig. Manche Pflanzen enhalten Pyrilizidin-Alkaloide, die leberzellschädigend sind.

Alkoholkrankheit

Es handelt sich um eine körperliche, psychische oder soziale Schädigung durch Alkohol. Es besteht ein psychische Abhängigkeit.
In Deutschland sind 3 % der Bevölkerung alkoholkrank. Oft spielen psychische und soziale Faktoren eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alkoholkrankheit.

Der Alkohol kann zu einer Reihe von Schädigungen führen:

  • Fettleber
  • Alkoholhepatitis
  • Leberzirrhose
  • Pankreatitis
  • Ösophagitis
  • Gastritis
  • Kardiomyopathie
  • Kleinhirnrindenatrophie
  • Wernicke-Enzephalopathie
  • hirnorganische Krampfanfälle
     

Einteilung der Alkoholkrankheit nach Jellinek:

  1. Alpha Trinker: Alkoholkonsum ohne Kontrollverlust, meist als Problembewältigung
  2. Beta Trinker: Hier kommt es schon zu einer Gewöhnung
  3. Gamma Trinker: Alkoholkonsum mit Kontrollverlust, Abhängigkeit und körperlichen, sozialen Probleme
  4. Delta Trinker: Alkoholkrankheit mit Abhängigkeit und Abstinenzunfähigkeit
  5. Epsilon Krankheit: Exzessiver Alkholkonsum
     
Therapie: Die Therapie kann nur ganzheitlich erfolgen. Neben Entzug und Entwöhnung ist eine psychische Betreuung unbedingt notwendig.
Allergie

 Das Abwehrsystem spielt bei einer Allergie völlig verrückt. Ein Stoff, der an sich harmlos ist, wie z.B. eine Polle, ein Tierhaar oder ein Staubpartikel führen bei der betroffenen Person zu einer unverhältnismässigen und übertriebenen Reaktion des Abwehrsystems. Normalerweise reagiert der Körper auf eingedrungene Stoffe unbemerkt. Die "Eindringlinge" werden zerstört und man bekommt nichts davon mit. Ist aber das Immunsystem gestört und die "erste" Abwehrfront funktioniert nicht mehr richtig, versucht der Körper grössere Geschütze aufzufahren, die jedoch im Verhältnis zu dem Stoff, der vernichtet werden soll, unverhältnismässig gross ist. Er schiesst praktisch mit Kanonen auf Spatzen.

Man unterscheidet grundsätzlich vier verschieden Typen:

Typ I:Soforttyp:Unter Vermittlung von IgE Antikörpern kommt es innerhalb von Sekunden oder Minuten(eventuell nach 4-6 Stunden Zweitreaktion) zu allergischem Asthma, allerg. Konjunktivitis, Rhinitis, Urtikaria, Angioödem oder anaphylaktischem Schock

Typ II: Zytotoxischer Typ:Es kommt zur Bildung von Immunkomplexen mit IgG oder IgM Antikörpern mit Zytolyse eigener Körperzellen durchaktiviertes Komplement, die innerhalb von 6-12 Stunden zu allerg. bedingte hämolytischer Anämie, Thrombopenien oder Agranulozytose führen können. Typisch hierfür sind Transfusionszwischenfälle

Typ III: Immunkomplextyp: Es kommt zur Bildung von Immunkomplexen mit IgM und IgG und Antigenen, die über die Aktivierung des Komplementsystems zur Phagozytose der Immunkomplexe durch Granulozyten unter Freisetzung gewebsschädigender Enzyme führt. Die Reaktion, die nach 6-12 Stunden erfolgt äussert sich z.B. als Serumkrankheit, allergische Vaskulitis oder als exogen-allergische Alveolitis

TypIV: Spättyp: Durch Freisetzung von Lymphokinen aus sensibilisierten T-Lymphozyten kommt es zur Aktivierung von Makrophagen und mononukleären Zellen, die dann zum Ort der Antigenbelastung hinwandern. Nach 12-72 Stunden kommt es dann z.B. zum allerg. Kontaktekzem, ArzneimittelexanthemTransplantationsabstossung.



Allergien können sich auf oder in fast jedem Körperteil zutragen(weshalb eine Diagnose auch oft sehr schwierig ist). Durch Allergietest lassen sich die auslösenden Stoffe(Allergene) identifizieren. Man muss sich jedoch im klaren sein, dass sich die Allergene im Laufe der Jahre verändern können und man plötzlich auf andere Stoffe reagiert.

Hat man ein "allergisches Potential", dann nützt es wenig, einen Stoff völlig aus dem Speiseplan zu streichen oder ihn zu meiden, da der Körper dann oft andere Allergien entwickelt.

Therapie: Wichtig ist zunächst eine gesunde Ernährung, um das Abwehrsystem zu stärken. Wenn das Abwehrsystem in der Lage ist, auf "Eindringlinge " normal zu reagieren, kommt es nicht zu Reaktionen. Nehmen Sie viel Rohkost und Obst zu sich. Es enthält Enzyme, die einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben und auch helfen, Immunkomplexe (Verbindungen zwischen allergischen Stoffen und Antikörpern) zu zerstören. Diese Immunkomplexe bilden sich ständig im Körper, werden aber normalerweise auch eliminiert. Bei Allergien kommen diese Immunkomplexe jedoch in erhöhtem Masse vor und können zu weiteren Reaktionen führen. Man sollte deshalb z.B. bei Erkältungskrankheiten darauf achten, nicht gleich zu Antibiotika zu greifen, bzw. fiebersenkende Mittel wie Aspirin oder ähnliches einnehmen. Diese Stoffe führen zu einer Unterdrückung des Abwehrsystems. Irgendwann ist der Körper dann nicht mehr in der Lage, in gesundem Masse auf fremde Stoffe zu reagieren.

Gute Behandlungsmethode ist die klassische Homöopathie. Sie stärkt die Konstitution des Patienten und dieser ist besser in der Lage, mit der Allergie fertig zu werden. Sie stärkt praktisch von innen und unterdrückt nicht. Die Behandlung dauert jedoch einige Zeit. Man kann nicht erwarten, dass die Allergie nach ein paar Wochen verschwunden ist.

Alte Hausmittel sind z.B. die Einnahme von Blütenpollen im Herbst und Winter in steigenden Dosen. Dies hilft vor allem gegen Heuschnupfen. Bei Nahrungsmittelallergie hat sich die Sauerkrautkur bewährt. Dabei nimmt man täglich vor den Mahlzeiten etwa 100-200g frisches , rohes Sauerkraut zu sich. Bei Atemwegsallergien hat man früher oft frisch verriebenen Meerrettich mit Honig vermischt eingenommen.

Um das Immunsystem zu stärken, sollte man auch auf eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien achten.

Naturheilkundliche Behandlungsmethoden sind ferner die Eigenbluttherapie und die Urintherapie.

Alpha-Fetoprotein
Das Glykoprotein Alpha-Fetoprotein wird im Dottersack, in der Leber und im Verdauungstrakt gebildet. Durch den fetalen Urin gelangt es ins Fruchtwasser. Im mütterlichen Serum findet sich ein Anstieg bis zur 32. Woche. Eine Untersuchung des mütterlichen Serums auf AFP sollte bei Verdacht auf eine Fehlbildung in der 16. - 18. SSW erfolgen.
Erhöhte AFP- Werte finden sich bei Neuralrohrdefekten, Omphalozele, Meningomyelozele, Anenzephalus, aber auch bei Mehrlingsgravidität oder falscher Tragzeitberechnung. Sie bedürfen immer einer weiteren Abklärung.
Alveolitis

Es handelt sich um eine Entzündung der Alveolen und des angrenzenden Interstitiums. Ursachen können verschiedene Noxen sein oder sie wird durch Systemerkrankungen ausgelöst.

Es kommt zur Einwanderung von Phagozyten in die Alveolen, setzen dort Mediatoren frei und zerstören dadurch Parenchymzellen und interstitielle Kollagene. Bei längerer Dauer kann die Alveolitis in eine Lungenfibrose übergehen

Symptome:

  • trockener Husten
  • Fieber
  • Belastungsdyspnoe
  • Trommelschlegelfinger und Hypoxämie in späteren Stadien


Exogen-Allergische Alveolitis:

Die Alveolen reagieren bei dieser Form auf die Inhalation organischer Stäube. Meist handelt es sich um Pilzsporen oder tierische Eiweisse. Man kennt heute eine Reihe von exogen-allergischen A., wie z.B. Vogelzüchterlunge, Pilzarbeiterlunge, Befeuchterlunge oder Farmerlunge.

Symptome:

  • 3-12 Stunden nach Allergenexposition kommt es zu Husten, Fieber, Schüttelfrost und Atemnot
  • bei chronischem Verlauf Übergang in Lungenfibrose möglich
     
Therapie: Meidung der auslösenden Noxen!
Alzheimer

Unter Alzheimer versteht man eine progrediente Hirnatrophie, die meist zwischen dem 40. und 90. Lebensjahr auftritt.

Es kommt im Gehirn  zur Ablagerung von senilen Plaques, die sich vermutlich entzünden und damit zu einer Hirnatrophie führen, insbesonders in der frontal-temporalen und parietal-okzipetalen  Hirnrinde. Warum es zu einer Entzündung kommt, ist noch ungeklärt.

 

Symptome:

  • Gedächtnisstörungen
  • Unruhe
  • Orientierungsstörungen
  • Agnosie
  • Depression

 

Man findet in den Gehirnen von Alzheimer Patienten hohe Mengen an COX-2 Enzymen. Diese Enzyme sind wesentlich bei der Entstehung von Entzündungen beteiligt. Zur Zeit laufen an vielen Universitäten Forschungen in diese Richtung, ob man mit COX-2 Hemmern, unter Umständen Alzheimer aufhalten kann.

Amenorrhoe

 Von Amenorrhoe spricht man bei Ausbleiben oder Fehlen der Monatsblutung.

Man unterscheidet mehrere Formen:

1. Physiologische A.: Vor der Menarche, während der Schwangerschafr und der Laktations und nach dem Klimakterium
2.Pathologische A.:Hier bleibt die Regelblutung aufgrund organischer Fehlbildungen oder chromosomale Veränderungen aus
3.Sekundäre A.: Wenn die Regelblutung nach einem zunächst normalen Verlauf für über 6 Monate ausbleibt. Hier handelt es sich meist um eine funktionelle Störung

Bei folgenden Krankheiten kann es zu einem Ausbleibern der Blutung kommen:

  • Anorexia nervosa
  • Prolaktinom
  • Ovarialinsuffizient oder Ovarialtumore
  • Morbus Addison
  • Hyperthyreose
  • Hypothyreose
  • Diabetes mellitus
Amniozentese

 Die Amniozentese oder auch Fruchtwasseruntersuchung ist Teil der pränatalen Diagnostik. Hier kann zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche eine Fruchtwasseruntersuchung vorgenommen werden, um genetische Krankheiten des Ungeborenen aufzuspüren. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und Kontrolle durch Ultraschall  und Hilfe einer dünnen Punktionsnadel wird eine Fruchtwasserprobe aus der Fruchtwasserblase entnommen.

Die in der Fruchtwasserprobe enthaltenen Zellen werden dann 2 Wochen kultiviert und anschliessend untersucht. Häufige Chromosomenabweichungen wie das Down-Syndrom oder angeborene Stoffwechselleiden können hiermit nachgewiesen werden.

Da das Risiko eines Kindes mit Down-Syndroms mit zunehmenden Alter der Mutter wächst, wird Frauen ab dem 35 Lebensjahr häufig eine Amniozentese empfohlen.
Amylase

 Amylase ist ein Enzym, welches in der Lage ist, Kohlenhydrate, wie Stärke,Zucker und andere Poly-und Oligosaccharide zu spalten. Das Enzym kommt in den meisten rohen Pflanzen vor und ist besonders hoch konzentriert in Süsskartoffeln, Mais, Gerste, Hafer, Reis und anderen Getreidearten. Auch in Pilzen, roter Beete, Bananen, Kohl, Eiern und rohem Honig ist sehr viel Amylase enthalten.
 

Amöbiasis

Es handelt sich um eine von Amöben (Einzeller) verursachte Durchfallerkrankung. Sie gehrt zu den häufigsten Tropenkrankheiten und in den Tropen sind etwa 70% der Bevölkerung Amöbenträger.

Solange die Amöben nur im Darm vorkommen, spricht man von der nichtinvasiven Minutaform. Diese ist recht harmlos und wird von den Betroffenen oft gar nicht bemerkt. Bei der invasiven Magnaform können die Erreger jedoch in die Darmschleimhaut eindringen und so zu einer schweren Amöbenruhr führen.

Die Infektion mit den Amöben erfolgt über verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel(mit verunreinigtem Wasser gewaschen)

Symptome:

  • Himbeergeleeartige Durchfälle(Schleim und Blut)
  • später(nach Monaten!!) kann es zum Leberabszess kommen: mit Druckgefühl in der Lebergegend, subfebrilen Temperaturen
     

 
Therapie: Behandlung erfolgt in der Schulmedizin mit Amöbiziden

Analgetica Nephropathie

 Es handelt sich um eine interstitielle Entzündung der Nieren, die durch einen Abusus phenazitinhaltiger Schmerzmittel, Paracetamol oder nichtsteroidale Antiphlogistica verursacht wird.

Die Medikamente blockieren die Synthese der gefässerweiternd wirkenden Prostaglandine. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen und Nekrosen der Papillen der Niere.

Symptome: Im Frühstadium oft keine Symptome, eventuell Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichte Anämie, Hautfarbe ist grau-bräunlich

Komplikationen: Papillennekrose, Tubulusschädigung mit herabgesetztem Konzentrationsvermögen, Niereninsuffizienz

Therapie: Absetzen der Medikamente

Anämie

 Von einer Anämie spricht man, wenn die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen unter eine gewisse Grenze absinkt, oder die Erythrozytenzahl abnimmt.

Untenstehende Tabelle gibt Grenzwerte an, ab denen man von einer Anämie spricht.

 

Grenzwerte Frauen Männer
Hämoglobin <12,0g/dl <13,5g/dl
Erythrozyten <3,9Mio/mcl <4,3Mio/mcl
Hämatokrit <37% <40%
 

Die Ursachen der Anämie sind vielfältig. Deshalb teilt man die Anämien in verschieden Formen ein:

 

Formen Ätiologie
Aplastische Anämie
Vit. B12/Folsäure Mangelanämie
Eisenmangelanämie
Renale Anämie
 Bildungsstörung:Störungen bei der Bildung des
Hämoglobins, der DNS oder Störung
der erythropoetischen Stammzelle
Hämolytische Anämien Gesteigerter Erythrozytenabbau:Durch Störungen der Erythrozyten selber
oder extraerythrozytäre Faktoren(Medikamente,
Gifte, Infekte...)
Blutungsanämien Erythrozytenverlust:Blutungen(innerlich und äusserlich)
Hyperspleniesyndrom Verteilungsstörung: Sammlung des Blutes in der Milz
 
Apallisches Syndrom

Mit apallischen Syndrom bezeichnet man einen Funktionsausfall der Grosshirnrinde. Man nennt es deshalb auch Dezerebrationssyndrom. Ursachen sind Schädelhirntraumen, Schock, Intoxikationen.

Symptome:

  • Patienten sind bewusstseinsgestört: es kommen verschieden Arten von Koma vor. Typisch ist das Coma vigile, bei dem der Patient wach ist, jedoch keine sinnvollen Reaktionen zeigt.
  • Pathologische Reflexe: Pyramidenbahnzeichen(Babinski), Greifreflexe,
  • Rigor, Hypertonie, evtl. Streckkrämpfe durch Vorherrschen der Kleinhirninnervation.
  • Störung der Atmung und Temperaturregelung
     

Patienten müssen intensivmedizinisch überwacht werden. Es kann zu spontanen Remissionen kommen. Gefahr besteht durch Infektionen, die häufig einen letalen Ausgang nehmen.

APGAR

APGAR-Schema zur Beurteilung der postnatalen Adaptation:

  0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Aussehen blass oder zyanotisch Stamm rosig, Akrozynose rosig
Puls keiner <100/min > 100/min
Gesichtsmimik bei Stimulation keine Grimassieren Schreien
Aktivität schlaff geringe Extremitätenflexion aktiv
Respiration keine langsam, unregelmässig regelmässig, kräftig


Der Apgar-Wert wird 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt bestimmt. Max. erreichbare Punktzahl ist 10/10/10 bei guter Gesundheit des Neugeborenen.

Aphasie

Unter Aphasie wird der teilweise oder völlige Sprachverlust nach bereits erworbener Sprache verstanden. Ursache sind hirnorganische Schädigungen verschiedenster Art wie z. B. Schädel-Hirn-Traumen, Hirntumoren, Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder Blutungen.

Davon zu unterscheiden sind Sprachstörungen bei Kindern durch psychosozialer Benachteiligung. Durch seine Vernachlässigung durch die Bezugspersonen erlernt das Kind  gar nicht erst die Sprache , so daß es zu einer Sprachentwicklungsstörung kommt.
Eine Aphasie setzt immer voraus, daß die Sprache bereits erlernt war und durch eine Erkrankung gestört wurde.
 

Man unterscheidet mehrere Formen der Aphasie:

  • Globale Aphasie = gr. Linkstemporale Schädigung
  • Broca Aphasie = gestörter Sprachfluss, kurze Äußerungen, Paraphrasien (z.B. Bleistift=Beilstift),
    Sprachverständnis ist aber o.k
  • Wernicke Aphasie = normaler Sprachfluss, phonematisch/semantisch, Paraphrasien, Sprachverständnis nicht
    gut erhalten
  • Anamnestische Aphasie = Wortfindungsstörung
Aplastisches Syndrom

Es handelt sich um eine Störung der Knochenmarksfunktion, die zu einer verminderten Produktion von Erythrozyten, Granulozyten und Thrombozyten führt. Dabei wird die pluripotente Stammzelle geschädigt. Die Krankheit verläuft meist montae bis jahrelang, kann jedoch besonders bei toxischen Ursachen und Infektionskrankheiten akut verlaufen und innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen.

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen , die zum aplastischen Syndrom führen können:

  • toxisch bedingt: durch Medikamente, Chemikalien
    Infektionskrankheiten(TbC, Hepatitis)
  • immunologische Erkrankungen(Lupus)
  • Knochenmarksmetastasen, -tumore
  • ideopathisch
  • angeboren
     

Symptome:

  • Neigung zu Infektionen(durch Granulozytenmangel)
  • Tachykardie(durch Mangel an Erythrozyten)
  • Blässe von Haut und Schleimhaut(durch Mangel an Erythrozyten)
  • Dyspnoe und Leistungsschwäche(durch Mangel an Erythrozyten)
  • Blutungsneigung durch Mangel anThrombozyten
     
Therapie: Schulmedizinisch wird die Blutbildung mit verschiedenen Stoffen stimuliert, manchmal auch Knochenmarkstransplantation. Die Letalität ist jedoch sehr hoch (50%)
Apoplexie

 Bei der Apoplexie handelt es sich um den Schlaganfall, der entweder durch eine Blutung oder ein Infarkt ausgelöst wird. Die Ausprägung des Schlaganfalls kann von nur wenig Symptomen, die kaum bemerkt werden, bis hin zum plötzlichen Tod reichen.

Risikofaktoren einer Apoplexie sind Hypertonie, Arteriossklerose und Diabetes mellitus.

Symptome:

  • Hirnblutung: Durch eine Gefässruptur(meist in der Capsula interna) kommt es zur Zerstörung einer Hirnregion. Es kommt zu plötzlichen, starken Kopfschmerzen, Gesicht ist rot und gedunsen und es setzt Bewusstlosigkeit ein. Die Muskeln sind völlig atonisch und Reflexe fehlen. 50% der Personen versterben innerhalb der nächsten Tage. Bei den anderen 50% bleiben schlaffe Lähmungen mit Senisbilitätsverlust.
  • Hirninfarkt: Durch einen teilweisen oder kompletten Gefässverschluss kommt es zum Untergang des nachfolgenden Gewebes. Je nach Grösse und Geschwindigkeit des Verschlusses kommt es zu unterschiedlich starken Symptomen. Bei einem grösseren Infarkt kommt es zu Bewusstlosigkeit und Lähmung bestimmter Körperteile. Bei einem kleinen Infarkt können nur die Lähmungen auftreten und es kann zu Sprach, Schluck oder Kaustörungen kommen. Der Patient wirkt aber ansonsten nicht krank.


Vorboten von Hirninfarkten sind TIA und PRIND:

  • TIA(Transitorische ischämische Attacke): hier kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns mit eventuellen Ausfallerscheinungen und Bewusstlosigkeit, die sich aber innerhalb 24 Stunden zurückbilden
  • PRIND(Prolongiertes Ischämisches neurologisches Defizit): Von Prind spricht man bei neurologischen Ausfallerscheinungen aufgrund eines Hirninfarktes, die aich aber auch wider zurückbilden.

    Treten TIA's oder PRIND's auf, so folgt innerhalb der nächsten Tagen oder Wochen meist ein Hirninfarkt.
     

Therapie: Krankenhauseinweisung notwendig.
Arginin

 Die Aminosäure Arginin hilft bei Bluthochdruck, beschleunigt die Wundheilung und hilft bei der Insulinproduktion. Es ist wichtig für eine gute Glucosetoleranz. Mangelerscheinungen sind Übergewicht, Unfruchtbarkeit und vorzeitiges Altern .

Arthritis

Die Arthritis ist eine der häufigsten Erkrankungen, besonders älterer Menschen. Die Ursachen sind äusserst vielfältig und machen eine Behandlung manchmal schwierig.

Ursachen:

  • Infektiöse Arthritis durch Bakterien oder Viren
  • nach einer Infektion , jedoch ohne Erregernachweis
  • Rheuma
  • Arthritis bei Bindegewebserkrankungen
  • durch Allergien
  • durch Medikamente
  • bei Stoffwechselstörungen
  • durch Blutgerinnungsstörungen
  • nach Unfällen
  • bei Neuropathien
     

Hier sind bei weitem noch nicht alle Ursachen für eine Gelenkentzündung aufgezählt. Man sieht aber, dass eine Arthritis die unterschiedlichsten Ursachen haben kann, welche dann auch wesentlich die Therapie beeinflussen.

Symptome:

  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Überwärmung
  • Rötung
    sind die typischen Symptome. Diese treten im allgemeinen bei jeder Entzündung im Körper auf. Bei einem chronischen Verlauf kann es später sogar zu Zerstörungen, Fehlstellungen der Gelenke kommen.


Therapie: Wichtig ist eine Behandlung der Grundkrankheit, da die Arthritis meist Folge eines schon bestehenden Problems ist. Die alleinige Behandlung der Arthritis führt hier nicht zum Ziel, da die Ursache nicht angegangen wird. Besonders gut hat sich hier die Homöopathie bewährt, da diese den Menschen im Ganzen behandelt und nicht einzelne Symptome therapiert. Unterstützend wirken ferner Enzymtherapie zur Dämpfung der Entzündung und verschiedene Wasseranwendungen (Balneotherapie)
Arthrose

 Entsprechend der Lokalisation spricht man von Fingerpolyarthrose, Coxarthrose, Gonarthrose u. a.

Es handelt sich im engeren Sinne um degenerativen Erkrankungen der Gelenke, die im Alter stark zunehmen.

Symptome: Es kommt zum Anlaufschmerz aber auch Ermüdungsschmerz und  Anschwellen der betroffenen Gelenke (oft mit Ergußbildung). Nicht zu verwechseln mit rheumatoider Arthritis.Eine Sonderform ist die Fingerpolyarthrose, die isoliert die Fingerend- (Typ Heberden) und/oder–mittelgelenke (Typ Bouchard) und die Daumensattelgelenke (Rhizarthrose) befällt.

Diagnose: Im Röntgenbefund sieht man Gelenkspaltverschmälerung, Resorptions- und Geröllzysten sowie Sklerosierung und osteophytäre Knochenneubildung, Entzündungsparameter lassen sich nur bei aktivierter Arthrose(Arthritis) nachweisen.

Therapie: Die Schulmedizin behandelt  medikamentös  mit Analgetika, nichtsteroidale Antirheumatika und  physikalischer Therapie.

Asbestose

Asbest ,eine Wärmeisolator wurde jahrelang als Dämmmaterial und wegen seiner Unbrennbarkeit auch als in Bremsbelägen usw. eingesetzt.

Die Asbestfasern können ab einer bestimmten Grösse nicht mehr von den Makrophagen phagozytiert werden und führen deshalb zu einer Fibrose der Lunge und später zu Lungenkarzinom oder Pleurakarzinom führen.

Symptome:

  • Atemnot
  • trockener Husten
  • wenig Auswurf
  • Wiederkehrende Bronchitiden
  • bei der Auskultation hört man feinblasige Rasselgeräusche
Asthma

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Man schätzt , dass etwa 4-5% der Bevölkerung davon betroffen sind. Man unterscheidet grundsätzlich 6 verschiedene Formen:

  1. Allergisches Asthma durch Allergene, Nahrungsmittel, Medikamente, Insektengifte, Hausstaub usw.
  2. Infektbedingtes Asthma nach einem Infekt der Luftwege
  3. Gemischförmiges Asthma bei mehreren Auslösern
  4. Schmerzmittelbedingtes Asthma
  5. Anstrengungsbedingtes Asthma
  6. Berufsbedingtes Asthma
     
Symptome: Asthma kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen. Typisch sind Atemnot, Husten und ein meist zäher Auswurf. In schweren Fällen kann es sogar zu einem Status asthmaticus kommen.

Asthma wird in der Schulmedizin mit Kortikosteroiden, Beta-2- Sympaticomimetika, Theophyllin und Antiallergika behandelt. Hierbei handelt es sich jedoch um unterdrückende Massnahmen und nicht um eine ursächliche Behandlung. Wichtig ist herauszufinden, warum der Patient asthmatisch reagiert. Deswegen ist die Behandlungsmethode der Wahl die Homöopathie. Häufig ist Asthma nämlich eine Folge unterdrückter Hautausschläge bei Kindern. Dermatitiden werden heute schulmedizinisch leider all zu oft mit unterdrückenden Salben, wie z.B. Kortison behandelt. Damit verschiebt man jedoch das Problem nach innen und der Körper reagiert mit einer schwereren Krankheit. Behandelt man so ein unterdrücktes Asthma homöopathisch, kommt der Hautausschlag wieder hervor, welches dann auf keinen Fall wieder mit einer Salbe "weggeschmiert" werden sollte.


Atelektase

Bei einer Atelektase handelt es sich um einen nichtbelüfteten Lungenabschnitt, bei dem die Alveolen(Lungenbläschen )zusammengefallen sind. Die Luft wird in diesen Alveolen resorbiert und der betroffenen Lungenabschnitt zieht sich zusammen.

Ursachen der akuten oder chronischen Atelektase können sein:

  • Bronchialtumore
  • Fremdkörper
  • Zähe Sekrete
  • selten durch Pleuraerguss, Pneumothorax oder Emphysemblasen


Symptome:

  • akute Atelektase: Schmerzen, Atemnot, Zyanose, Tachykardie, Schock
  • chronische Atelektase: oft keine Beschwerden oder in abgeschwächter Form
     
Diagnose: über dem Lungenabschnitt kommt es zu einer Dämpfung (Pneumothorax hat thympanischen Klopfschall)und das Atemgeräusch ist abgeschwächt. Ferner ist die Atemexcursion abgeschwächt.

Therapie: kausal
Autoimmunkrankheiten
Autoimmunkrankheiten sind Krankheiten, bei denen das eigene Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe vorgeht. man unterscheidet hier zwei verschiedene Formen:
  1. eine organspezifische Autoimmunerkrankung, bei dem das Gewebe nur eines Organs angegriffen wird. Dies betrifft vor allem die Schilddrüse, den Magen, die Bauchspeicheldrüse(Diabetes mellitus I) und die Nebenniere)
  2. eine nichtorganspezifische Autoimmunerkrankung, bei der verschiedene Körpergewebe angegriffen werden und sogenannte Immunkomplexe (Verbindung aus Antigenen und Antikörpern) sich in unterschiedlichen Regionen des Körpers ablagern können, die z.B. zu Entzündungen führen(z.B. rheumatoide Arthritis)
     

Es gibt auch Mischformen bzw. Übergangsformen, die manchmal nicht von den beiden ersten zu trennen sind.

Die Naturheilkunde bedient sich bei der Behandlung verschiedener Verfahren. Vielversprechend ist die Enzymtherapie (besonders zur Auflösung von Immunkomplexen), Behandlung mit Thymusextrakt zur Steigerung und Stabilisierung des Immunsystems. Auch Zelltherapien mit Frischzellen können manchmal eingesetzt werden. Als individuelle Behandlung ist vor allem die Homöopathie hilfreich, da sie die Fehlfunktion des Körpers von innen heraus behebt.

Autoimmunkrankheiten werden manchmal auch durch Impfungen ausgelöst. Mehr Infos dazu erfahren Sie unter www.impfschaden.info
Barrter-Syndrom
Es handelt sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Störung des Tubulusapparates der Nieren, die zu einem Kaliumverlust führt. Die Krankheit kommt jedoch sehr selten vor.

Symptome(schon im Säuglingsalter):
  • Schwere Hypokaliämie mit starker Schwäche
  • metabolische Alkalose
  • Polyurie mit hoher Kaliumausscheidung
  • Austrockung durch Polyurie
  • Renin, Aldosteron und Prostaglandine sind erhöht.
Basaliom
Beim Basaliom handelt es sich um einen Hautkrebs, der vorzugsweise im Gesicht oder der behaarten Kopfhaut auftritt. Das Basaliom wächst sehr langsam und setzt auch keine Metastasen.
 
Biot-Atmung
Bei der Biot-Atmung handelt es sich um eine kräftige Atmung, die durch plötzliche Atempausen unterbrochen wird. Das Atemzentrum reagiert nur noch auf einen Sauerstoffmangel. Sobald der Sauerstoffgehalt wieder normal ist, setzt die Atmung wieder aus.

Typisch ist die Biot- Atmung bei Verletzungen des Atemzentrums, bei intrakraniellen Blutungen, Hirnödem und Meningoenzephalitis.
Blepharitis
Bei der Blepharitis handelt es sich um eine Entzündung des Lides, das mit Jucken, Brennen und Rötung einhergeht. Die Haut an den Rändern schuppt sich zudem weisslich ab und die Lider können an den betroffenen Stellen ausfallen. Handelt es sich um eine Entzündung mit Staphylokokken, kommt es zu gelblichen Krusten durch den eingetrockneten Eiter.
Blindsacksyndrom

Es handelt sich ausgeschaltete bzw. ausgesackte (Divertikel) Darmabschnitte, die zu einer Malabsorption von Fetten, Eiweissen und Kohlenhydraten, sowie Vitaminen und Mineralien führen. In den betroffenen Darmabschnitten kommt es zur Keimbesiedelung und Dekonjugation der Gallensäuren(Abspaltung der Glukoronsäure; dies führt zur Wasserunlöslichkeit)

Symptome:

  • Durchfall
  • Steatorrhoe(Fett im Stuhl durch Dekonjugationder Gallensäuren)
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Vitamin B12 Mangel
Bluthochdruck

Ein hoher Blutdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt. Man schätzt, dass bis zu 40 % der Bevölkerung einen erhöhten Blutdruck aufweist.

Der normale Blutdruck bewegt sich zwischen 80-90 und 120-140 mm Hg. èber 90 bzw. 140 spricht man von Grenzwerthypertonie. Der Hochdruck kommt zustande durch einen hohen Widerstand in den Gefässen und/oder ein erhöhtes Herzzeitvolumen.

90% aller Hypertoniker haben die sogenannte Essentielle Hypertonie. Die Ursachen sind hier vielfältig. neben genetischen Faktoren ist vor allem die Arteriossklerose ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung des Hochdrucks. Die essentielle Hypertonie tritt oft gemeinsam mit dem sogenannten metabolischen Syndrom auf (Wohlstands-Syndrom). Dieses umfasst:

  • Übergewicht
  • Diabetes II
  • hohe Triglyceridwerte und niedrige HDL Cholesterin Werte
  • Hohe Harnsäurewerte


Die restlichen 10% haben die sogenannte sekundäre Hypertonie., deren Ursache entweder renal( Niere) oder endocrin (durch Hormonhaushalt) bedingt ist.

Symptome der Hypertonie sind:

  • meist ohne Symptome am Beginn, später:
  • Frühmorgendliche Kopfschmerzen im Hinterkopfbereich
  • Schwindel, Ohrensausen
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • Atemnot bei Belastung
     
Als Komplikation kann eine sogenannte Hochdruckkrise auftreten. Dabei kommt es zu einem starken Anstieg des Blutdrucks mit Gefahr einer Hirnblutung, einer Herzüberlastung(Linksherz).

Bei langandauerndem Hochdruck sind immer die Gefässe, das Herz, die Nieren, das Gehirn und die Aorta betroffen. Es kommt zu frühzeitiger Arteriossklerose, Linksherzinsuffizienz, Hirninfarkt oder Ischämie, arteriosklerotische Schrumpfniere oder Aortenaneurysma.

Therapie: zunächst müssen die Risikofaktoren eines Bluthochdruckes ausgeschaltet werden. Behandlung des Übergewichtes, Reduzierung von Alkohol und Rauchen. Desweiteren ist regelmässiger Sport sehr wichtig. Allein durch diese Massnahmen ist ein grosser Teil der Hypertoniker sehr gut behandelbar.
Borkenflechte

Bei der Borkenflechte handelt es sich um einen ansteckenden Hautausschlag, der in den meisten Fällen Kinder betrifft. Die Borkenflechte wird über Staphylokokken oder Streptokokken übertragen.

Symptome:

  • kleine Blasen und Pusteln oder grosse Blasen, gefüllt mit eitriger Flüssigkeit. Mesit an Gesicht, Hals und Händen
  • Nach Aufplatzen bilden sich gelb-braune Krusten.
  • Juckreiz
  • Lymphknotenschwellung

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