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Enzyklopädie - Autogene Training
- Das Autogene Training wurde von J.H. Schulz aus der Hypnose entwickelt und dient vor allem der Selbstentspannung mit Hilfe von Autosuggestivformeln. Dabei werden normalerweise physiologisch selbstständig ablaufende Vorgänge durch Konzentration beeinflusst. Man kann durch die Formeln z.B. Einfluss auf die Wärmeregulation, Herztätigkeit, Atmung und das Empfinden von Schwere nehmen.
Hilfreich ist das Autogene Training besonders bei psychophysiologischen Erkrankungen, bei Rheuma, Asthma, Schlafstörungen, Nachbehandlung eines Herzinfarktes, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Sexualstörungen , Depressionen und zur Schmerzbehandlung - Baunscheidtieren
- Baunscheidtieren gehört zu den Ausleitungsverfahren und wurde von Carl Baunscheidt im 19 Jahrhundert erfunden. Hierbei werden mit einem speziellem Gerät (Stichelapparat) kleine Stiche in die Haut(1-2 mm tief) gesetzt und diese dann mit einem Reizöl eingerieben. Dieses Öl erzeugt auf der Haut kleine gefüllte Bläschen mit Wasser oder Eiter. Die Haut wird ausserdem rot und entzündet sich leicht. Diese äussere Entzündung zieht eine innere Entzündung oder krankhaften Vorgang an die Oberfläche und kann damit abgeleitet werden. Da die Haut über Nervenbahnen mit inneren Organen in Verbindung steht, kann mit Hilfe des Baunscheidtverfahrens auf innere Organe ein positiver Einfluss genommen werden. Die Blasen trockenen nach wenigen Tagen ein und fallen dann von selbst ab.
Indikation: Rheuma, Entzündungen, Gicht. Vor allem chronische Entzündungen reagieren sehr gut auf das Baunscheidtieren. - Blutegeltherapie
- Die zu den ausleitenden Verfahren zählende Blutegeltherapie wurde erst in den letzten Jahrhunderten bei uns eingesetzt. Dabei werden ein bis mehrere Blutegel auf die Haut gesetzt, um einerseits Blut abzusaugen und andererseits einen blutungshemmenden Stoff(Hirudin) abzugeben.
Jeder Blutegel kann bis zu 15 ml Blut aufsaugen und durch das Hirudin verliert der Patient danach nochmals etwa 40-50ml Blut. Der Blutverlust und die gerinnungshemmenden Eigenschaften des Hirudin führen zu einer verbesserten Fliesseigenschaft des Blutes und lindern damit auch Durchblutungsstörungen.. Ferner wirkt Hirudin entzündungshemmend und keimtötend. Anwendung: Die Blutegel sollten nur von erfahrenen Therapeuten eingesetzt werden. Die Blutegel, die in speziellen Farmen gezüchtet werden, sind von der Gattung Hirudo medicinalis oder Hirudo officinalis. Diese werden mit Hilfe einer Pinzette oder eines Schröpfglases auf die zu behandelnde Stelle gesetzt. Manchmal braucht man ein wenig Geduld, denn die Egel beissen nicht immer sofort. Der Biss selber ist etwas schmerzhaft, aber nur von kurzer Dauer. Nach 30-60 min ist der Blutegel mit Blut vollgesaugt und lässt von alleine wieder los. Die Wunde sollte danach nicht gleich abgebunden werden, sondern man lässt sie einige Zeit offen nachbluten und legt dann erst einen sterilen Verband an. Indikation: Blutegel werden vor allem bei Venenstauungen, Krampfadern, Venenentzündungen und Ulcus cruris(offenes Bein) angewandt. Nützlich hat sich die Therapie auch bei Gicht , Arthrose, Hämorrhoiden, Mittelohrentzündungen und dem grünen Star erwiesen. Patienten, die eine starke Blutungsneigung aufweisen, sollten nicht mit Blutegeln behandelt werden, da sich die Blutung nur schwer stoppen lassen würde. - Cantharidenpflaster
Das Cantharidenpflaster gilt als Ausleitungsverfahren und hat seinen Namen von der spanischen Fliege, einem Käfer, die auch Cantharide genannt wird. Die Käfer enthalten den Cantharidin, das stark reizende Wirkung hat. Bei der Anwendung bildet sich auf der Haut eine Blase, die mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt ist. Damit wird die Haut zur Ausscheidung angeregt und es werden Gift und Schlackenstoffe abgegeben. Über reflektorische Hautzonen können auch innere Organe positiv beeinflusst werden. Anwendung: Das Cantharidenpflaster(in Apotheke erhältlich) wird auf ein kleines Hautareal gebracht und dort etwa 12-18 Stunden belassen. Der Stoff reizt die Haut und es bildet sich eine Blase. Die Blase wird dann punktiert und man lässt sie eintrocknen. Die Anwendung sollte nur von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden. Indikation: Arthrose, Rheuma, Gicht, Ischialgien, Brustfellentzündungen, Morbus Bechterew, Mittelohrentzündungen, Tinitus, Trigeminusneuralgien. Da das Cantharidin stark reizend ist, sollte bei Blasen und Nierenerkrankungen darauf verzichtet werden. Vorsicht auch bei stark pigmentierter Haut, da es hier zu Flecken kommen kann. - Heilfasten
Heilfasten ist eine wunderbare Möglichkeit, den Körper von angesammelten Schlacken zu befreien und ihn damit widerstandsfähiger zu machen. Aber auch bei vielen Krankheiten hat sich das Heilfasten bewährt: - Stoffwechselkrankheiten
- Übergewicht
- Allergien
- Hauterkrankungen
- Rheuma
- Magen-Darmstörungen
- Galle und Leberbeschwerden
- Menstruationsbeschwerden
- Nierenbeschwerden
- Herz-Kreislauferkrankungen
- Bluthochdruck
- Venenentzündungen
Viele Menschen glauben, fasten sei mit Hungern gleichzusetzen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Während man beim Hungern Schmerzen empfindet, stellt sich bei Heilfasten ein Gefühl der Leichtigkeit ein. Das Hungergefühl verschwindet in der Regel nach spätestens drei Tagen und man hat eine überraschende Lesitungsfähigkeit. Bekannt sind ja sogenannte Fastenwanderungen, bei den während 2 Wochen täglich viele Kilometer gewandert werden, ohne jedoch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Was passiert beim Heilfasten? Ohne Nahrungszufuhr ist der Körper auf die eigenen Reserven angewiesen. Der Köper verbraucht in den ersten Tagen zunächst die leicht verfügbaren Glykogenreserven(eine Art Zucker, der in den Muskeln gespeichert wird), sobald diese leer sind werden die Fettreserven angegriffen. Heilfasten zur Gewichtsabnahme bringt deshalb erst ab dem dritten Tag etwas. Während des Fastens werden alle unbenötigten Stoffe aus dem Körper ausgeschieden. Gifte, die im Fettgewebe gelagert sind, werden freigesetzt, weshalb es manchmal auch zu Ausscheidungsreaktionenkommt(Kopfweh,...). Auch die Blutgefässe werden von ihren Ablagerungen befreit und werden wieder elastisch(gut für Bluthochdruck) Da der Körper nicht mit der Verdauungsarbeit belastet wird, können andere wichtige Aufgaben, wie z.B. Stärkung des Immunsystems und Beseitigung von Entzündungsherden angegangen werden Auch versteckte Eiterherde haben beim Heilfasten keine Chance. Achten Sie beim Heilfasten auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr. In dieser Zeit benötigt der Körper besonders viel, damit die freigesetzten Giftstoffe schnell aus dem Körper transportiert werden. Durch die Verdünnung nimmt auch der prozentuale "Schlackengehalt" ab und reduziert so die Belastung der Nieren. Vorsicht, hier ist Fasten nicht angezeigt: - Fiebrige Erkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Starke Altersschwäche
- Inhalieren
Ein altbewährtes Hausmittel ist das Inhalieren von Wasserdampf mit und ohne Zusätzen. Vor allem bei Entzündungen der oberen Luftwege und Nasennebenhöhlenentzündung ist die Inhalation sehr hilfreich. Salzwasserinhalation: Vor allem bei Stockschnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung sehr nützlich. Die Salzdämpfe führen zur starken Schleimabsonderung und Abschwellung und die Nase wird dadurch wieder frei. Auf ein Liter Wasser nehme man zwei Esslöffel Meersalz und bringt es zum Kochen. Dann nimmt man den Topf, stellt ihn an einen Tisch und beugt den Kopf darüber. Über den Kopf und die Schultern sollte ein grosses Handtuch gelegt werden, damit der Dampf nicht entweichen kann. Dauer ca. 10 min. Zusätzlich bei Nasennebenhöhlenentzündung kann man eine Mischung aus 2 EL Kamillenblüten, 1L Thymiankraut und 1 EL Salbeiblätter inhalieren. Auch diuese aufkochen und dann 10 min. inhalieren. Kamillenblüteninhalation: vor allem bei Kindern und Babys mit zähem Schnupfen. Anwendung: 3 Esslöffel Kamillenblüten auf 1Liter Wasser. Anwendung wie oben beschrieben
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