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Baunscheidtieren
Baunscheidtieren gehört zu den Ausleitungsverfahren und wurde von Carl Baunscheidt im 19 Jahrhundert erfunden. Hierbei werden mit einem speziellem Gerät (Stichelapparat) kleine Stiche in die Haut(1-2 mm tief) gesetzt und diese dann mit einem Reizöl eingerieben. Dieses Öl erzeugt auf der Haut kleine gefüllte Bläschen mit Wasser oder Eiter. Die Haut wird ausserdem rot und entzündet sich leicht. Diese äussere Entzündung zieht eine innere Entzündung oder krankhaften Vorgang an die Oberfläche und kann damit abgeleitet werden. Da die Haut über Nervenbahnen mit inneren Organen in Verbindung steht, kann mit Hilfe des Baunscheidtverfahrens auf innere Organe ein positiver Einfluss genommen werden. Die Blasen trockenen nach wenigen Tagen ein und fallen dann von selbst ab.

Indikation:
Rheuma, Entzündungen, Gicht. Vor allem chronische Entzündungen reagieren sehr gut auf das Baunscheidtieren.
Blutegeltherapie
Die zu den ausleitenden Verfahren zählende Blutegeltherapie wurde erst in den letzten Jahrhunderten bei uns eingesetzt. Dabei werden ein bis mehrere Blutegel auf die Haut gesetzt, um einerseits Blut abzusaugen und andererseits einen blutungshemmenden Stoff(Hirudin) abzugeben.

Jeder Blutegel kann bis zu 15 ml Blut aufsaugen und durch das Hirudin verliert der Patient danach nochmals etwa 40-50ml Blut. Der Blutverlust und die gerinnungshemmenden Eigenschaften des Hirudin führen zu einer verbesserten Fliesseigenschaft des Blutes und lindern damit auch Durchblutungsstörungen.. Ferner wirkt Hirudin entzündungshemmend und keimtötend.

Anwendung:
Die Blutegel sollten nur von erfahrenen Therapeuten eingesetzt werden. Die Blutegel, die in speziellen Farmen gezüchtet werden, sind von der Gattung Hirudo medicinalis oder Hirudo officinalis. Diese werden mit Hilfe einer Pinzette oder eines Schröpfglases auf die zu behandelnde Stelle gesetzt. Manchmal braucht man ein wenig Geduld, denn die Egel beissen nicht immer sofort. Der Biss selber ist etwas schmerzhaft, aber nur von kurzer Dauer. Nach 30-60 min ist der Blutegel mit Blut vollgesaugt und lässt von alleine wieder los. Die Wunde sollte danach nicht gleich abgebunden werden, sondern man lässt sie einige Zeit offen nachbluten und legt dann erst einen sterilen Verband an.

Indikation:
Blutegel werden vor allem bei Venenstauungen, Krampfadern, Venenentzündungen und Ulcus cruris(offenes Bein) angewandt. Nützlich hat sich die Therapie auch bei Gicht , Arthrose, Hämorrhoiden, Mittelohrentzündungen und dem grünen Star erwiesen.

Patienten, die eine starke Blutungsneigung aufweisen, sollten nicht mit Blutegeln behandelt werden, da sich die Blutung nur schwer stoppen lassen würde.

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