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Enzyklopädie D- Darmparasiten
Darmparasiten sind zwar in Mitteleuropa nicht sehr häufig, werden aber durch die zunehmende Reisefreudigkeit zunehmend nach Mitteleuropa eingeschleppt. Man kennt heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Parasiten und Würmer. Die Infektion erfolgt meist über infizierte Lebensmittel, Wasser oder Schmierinfektion. | Erkrankung/Erreger | Übertragung | Symptome | | Ascariasis/Spulwürmer | Nahrungsmittel, Selbstinfektion | grippeähnliche Symptome, allergische Hautreaktionen, Ileus möglich | | Trichuriasis | Nahrungsmittel | Abdominelle Beschwerden | | Oxyuriasis | Schmierinfektion | Juckreiz im Anusbereich | | Rinderbandwurm | rohes Rindfleisch | oft symptomlos | | Fischbandwurm | roher Fisch | Vitamin B12 Mangelanämie | | Schweinebandwurm | rohes Schweinefleisch | Zystenabsiedelung in Muskeln, Gehirn und Augen | Echinokokkose/ Hundebandwurm | direkt oder indirekt über Hunde | Druck und Schmerz im rechten Oberbauch mit Ikterus bei Leberbefall; bei Lungenbefall Husten | | Fischbandwurm | direkt oder indirekt über Füchse, Waldbeeren, Pilze; auch Datzen | Druck und Schmerz im rechten Oberbauch mit Ikterus bei Leberbefall; bei Lungenbefall Husten | | Trichinellose | rohes Schweine und Bärenfleisch | Muskelschmerzen, Fiber, Ödeme um die Augen; Myocarditis und Meningoenzephalitis als Komplikationen |
- Dehydration
Man unterscheidet grundsätzlich 3 verschiedene Arten: Isotone, Hypertone und Hypotone Dehydration, je nachdem ob der Salz oder der Flüssigkeitsverlust überwiegt. Isotone Dehydration Hier kommt es zu einem Verlust von Natrium und Wasser im isotonischen Verhältnis. Ursachen hierfür können sein: - bei Nierenversagen - Erbrechen, Durchfall - Verbrennungen - Pankreatitis, Peritonitis(hier kommt es zu Flüssigkeitsverlusten in den Bauchraum) Symptome: Durst, Herzklopfen, Oligurie und Kollapsneigung Hypotone Dehydration Hier überwiegt der Salzverlust den Wasserverlust. Dabei kommt es zu einem Fehlen von Natrium im Extrazellulärraum. Ursachen hierfür können wie bei der hypotonen D. sein: - bei Nierenversagen - Erbrechen, Durchfall - Verbrennungen - Pankreatitis, Peritonitis(hier kommt es zu Flüssigkeitsverlusten in den Bauchraum) Symptome: ausgeprägte Kollapsneigung, Benommenheit, Delirium, Zerebrale Krämpfe Hypertone Dehydration Hier überwiegt der Verlust von Wasser. Ursachen können sein: - Mangelnde Wasserzufuhr - Wasserverlust über Haut, Lungen, Nieren Symptome: starker Durst, Haut und Schleimhäute trocken, Fieber, Benommenheit, Oligurie. Im Gegensatz zu den anderen Formen bleibt bei der hypertonen Dehydration der Kreislauf relativ lange stabil - Diabetes insipidus
Beim Diabetes insipidus handelt es sich um eine Störung der Nieren. Die Nieren sind nicht mehr in der lage , den Harn zu konzentrieren und es kommt zu einer sehr starken Polyurie. Ursachen: Man unterscheidet zwei Formen des Diabetes insipidus: den zentralen und den renalen. Beim zentralen kommt es zu einem ADH (Anti-Diuretisches Hormon)-Mangel in der Hypophyse, der meist durch Tumore oder Trauem ausgelöst wird.Bei renalen Diabetes insipidus sprechen die Nieren nicht mehr auf das ADH an, was nach langjährigen Nierenerkrankungen mit Tubulusschäden hervorgerufen werden kann. Symptome: - Polyurie(bis 25 Liter täglich)
- Durch die Polyurie ausgelöster starker Durst(Polydipsie)
- Astenurie(Harn ist wenig konzentriert)
- Kleinkinder haben im Gegensatz zu Erwachsenen keine Polyurie, sondern Durchfall.
Therapie: Kausale Behandlung- Diabetes mellitus
Diabetes ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die zu einem erhöhten Glukosewert führt. Die Zahl der Diabeteskranken nimmt bei uns immer mehr zu. In Deutschland ist die Zahl heute schon bei 4% der Bevölkerung. Da die Ursachen des Diabetes vielfältig sind , unterscheidet man auch verschiedene Typen: Primärer Diabetes: Typ I: Insulinabhängiger, auch juveniler Diabetes Typ II: Nicht-Insulinabhängiger, auch Erwachsenen Diabetes MODY: Diabetes Typ II aber schon im Kindesalter manifest Schwangerschaftsdiabetes Sekundärer Diabetes: Pankreaserkrankungen Endokrine Erkrankungen mit Vermehrung der Gegenspieler des Insulins (M. Cushing, Akromegalie, Phäochromozythom) durch Medikamente Malnutritionsbedingter Diabetes( in Ländern der 3. Welt) Pathologische Glukosetoleranz Bei Typ I Diabetes kommt es zu einer Zerstörung der Langerhanschen Inseln im Pankreas durch eigene Autoimmunreaktion. Die Zerstörung der Zellen ist meist vollständig, was eine Insulinsubstitution notwendig macht. Viruserkrankungen oder auch Impfungen können hier der auslösende Faktor sein. Im Gegensatz hierzu der Typ II Diabetes: Es handelt sich um eine herabgesetzte Insulinresistenz der Zellen. Dadurch wird vermehrt Insulin ausgeschüttet, das das Hungergefühl erhöht, zu Adipositas führt und die Entwicklung der Arteriosklerose fördert. Der hohe Insulinspiegel führt zu einer Verringerung der Insulinrezeptoren, das in Folge den Insulinspiegel noch weiter steigern lässt. Typ II Diabetes tritt häufig verbunden mit dem metabolischen Syndrom auf: Übergewicht, Hyperlipoproteinämien, Hyperurikämie und essentieller Hypertonie. Während sich ein Diabetes Typ I relativ schnell entwickelt , kann ein Typ II über vile Jahre hinweg unbemerkt verlaufen und wird häufig nur per Zufall diagnostiziert. Symptome: - Müdigkeit, Leistungsminderung
- Hypoglykämie:Heisshunger, Schwitzen, Kopfschmerzen, Zittern,
- Hyperglycämie: Polyurie(durch den verstärkten harnfluss versucht der Körper, überschüssigen Zucker auszuscheiden), Durst, Gewichtsabnahme, Polydipsie
- durch Störungen im Wasser und Elektrolythaushaltes: Wadenkrämpfe, Sehstörungen
- Hautjucken
- Furunkel und Candida albicans
- Potenzstörungen
Komplikationen: Makroangiopathie mit frühzeitiger Arteriossklerose: -Koronare herzkrankheit -Periphere arterielle Verschlusskrankheit -Arterielle Verschlusskrankheit der Hirnarterien und Ischämischer Hirninfarkt Mikroangiopathie -Glomerulosklerose -Retinopathie -Neuropathien und neuropathischer diabetischer Fuss Diabetische Glomerulosklerose Diabetische Neuropathie Diabetischer Fuss Resistenzminderung Hohe Triglyceridwerte Fettleber Coma diabeticum Hypoglycämischer Schock Diagnose: - Blutzuckerbestimmung; Normalwert nüchtern 70-100mg/dl - Glucose im Urin - Oraler Glukosetoleranztest Therapie: Die Behandlung des Diabetes setzt sich aus einer Diät, körperlicher Aktivität und je nach Art des Diabetes medikamentöse Behandlung zusammen. Typ II Diabetiker können bei guter Behandlung auf Medikamente verzichten. Typ I benötigt tägliche Insulingaben. - Divertikulose
Bei der Divertikulose handelt es sich Schleimhautausstülpungen in der Darmwand. Die Divertikel nehmen mit zunehmenden Alter zu. Menschen über 70 Jahre haben zu 2/3 Divertikel. Die Divertikel können sich entzünden, man spricht dann von einer Divertikulitis. Ursachen sind meist in einer jahrelangbestehenden Obstipation zu suchen, die beim Pressen zu einem hohen Darminnendruck führt, was dann zu den Divertikeln führt. Ein im Alter zunehmend schwaches Bindegewebe verstärkt dies noch. Symptome: Eine Divertikulose ist zu 90% symptomlos, erst eine Entzündung macht Beschwerden: - Schmerzen im linken Unterbauch
- Obstipation und Blähungen
- manchmal ist eine druckschmerzhafte Verhärtung tastbar
- eventuell subfebrile Temperaturen
Gefahr besteht immer durch eine Perforation mit darauffolgender Peritonitis(Entzündung des Bauchfells). Ferner kann es zu einer Stenose (starke Verengung) des Darmes kommen. Auch Blutungen oder Fisteln kommen vor(aber selten) Bei Perforation oder Stenose muss unbedingt operiert werden. - Down-Syndrom
Beim Down-Syndrom (siehe auch Chromosomenanomalie) oder auch Trisomie 21 kommt es dann, wenn das 21. Chromosom in dreifacher Ausprägung vorhanden ist. Es eine der häufigsten Chromosomenstörungen und nimmt mit zunehmendem Schwangerschaftsalter zu. Neben dem charakteristischen äußeren Erscheinungsbild kommt es zu einer Verlangsamung der motorischen Entwicklung. Die Kinder haben meist eine mehr oder minder stark ausgeprägte Intelligenzminderung. Das Down-Syndrom führt daneben auch zu körperlichen Erscheinungen wie Herzfehler, Fehlbildungen im Magen-Darm-Trakt, und Seh- und Hörstörungen. Ferner ist das Immunsystem meist nur schwach ausgeprägt und die Betroffenen sind anfällig gegen akute Erkrankungen. Das Down-Syndrom kann während einer Schwangerschaft mit Hilfe der Amniozentese diagnostiziert werden. - Dreimonatskoliken
Bei den sog. Dreimonatskoliken handelt es sich um Schreiphasen eines kleinen Säuglings in den ersten drei Lebensmonaten. Im Intervall ist das Kind völlig unbeeinträchtigt. Ursachen: vermutlich eine erschwerte Darmpassage, v.a. von Luft. Pathologische Veränderungen sind nicht nachweisbar, lediglich ein luftgefülltes Abdomen kann festgestellt werden. Therapie: Gabe von blähungswidrigen Tees oder homöopathische Therapie.- Durchfall
Von Durchfall spricht man, wenn der Patient folgende 3 Symptome hat: Mehr als 3 Darmentleerungen am Tag Das Stuhlvolumen ist erhöht der Stuhl ist ungeformt und breiartig Die Ursachen können sehr vielfältig sein, es kann sich um eine Infektion mit
- Bakterien(Salmonellen, Shigellen)
- Viren
- Parasiten(Amöben)
handeln. Man sollte aber auch Medikamente, hier vor allem Antibiotika in Betracht ziehen. Bei längerandauerndem Durchfall kann es sich auch um eine chronische Darmerkrankung(Morbus Crohn, Reizdarm, Colitis ulcerosa) handeln. Auch eine allergische Genese kann die Ursache sein. Häufig ist hier eine Allergie auf Gluten, dem Klebereiweiss von Getreide, anzutreffen. Dauert der Durchfall länger als 3 Tage , sollten Sie unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Wichtig ist, dass Sie den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, da es sonst zu einer Dehydration kommen kann.
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